Was ist eine Google-Bombe? Googlebombing
Kategorie: » Das Internet A-Z | Keine Kommentare | Von Bundesblogger
Als Google Bombe bezeichnet man gezielte Manipulationen bei den Suchmaschinenergebnissen von Google mit Hilfe von Massen-Links und speziellen Ankertexten.
Die Google Bombe
Die Google Bombe wirkt sich dann so auf das Suchergebnis aus, dass bei der Suchanfrage nicht mehr nur Seiten mit dem gesuchten Text aufgefunden werden, sondern ebenso auch Webseiten, auf die mit den entsprechenden Anker-Texten und Wörtern verlinkt wurde.
Ein Anschauungsbeispiel: Eine grössere Anzahl unterschiedlicher Seiten verlinkt jeweils auf die Webseite des Bruders des ehemaligen Bundesrates Christoph Blocher. Den Linktext versehen sie dabei mit dem Wort "Messerstecher". Folglich werden nach einiger Zeit bei Suchanfragen mit dem Keyword "Messerstecher" auch Gerhard Blochers Seiten bei Google aufgelistet, obwohl aller Wahrscheinlichkeit nach dieses Keyword gar nicht auf Gerhard Blochers Webseite vorkommt. Und dies nennt sich dann Bombe.
Mittels solch einer Google Bombe ist es also möglich, andere Webseiten und Personen gezielt mit bestimmten Schlagworten in Verbindung zu bringen. Was nur zu gerne zu Diffamierungszwecken verwendet wird. Diese Manipulationsmöglichkeiten per Online Bombe machen Google verwundbar, da mittels der Internet Bombe auf die Suchergebnisse massiv Einfluss genommen werden kann.
Berühmte Google Bomben

Googlebombing tauchte erstmals im Jahre 1999 auf, als die Suchmaschinenergebnisse beim Satz "more evil than satan himself" die Webseite von Microsoft anzeigten. So richtig in Mode gekommen ist die Online Bombe jedoch, wen wunderts, während der Amtszeit des ehemaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush. In einer gemeinsam geplanten Aktion verlinkten gegnerische Aktivisten ihre Blogs und Webseiten zeitgleich auf einen offiziellen Biografietext über Bush. Den Linktext versahen sie jeweils mit den Worten "miserable failure", was soviel wie "erbärmlicher Versager" heisst. Und siehe da, Bushs Biografie landete nur kurze Zeit später auf dem Top-Platz für jenen Suchbegriff. Mittlerweile benutzt auch die republikanische Seite gezielt Google-Bomben, um politische Gegner wie Barak Obama mit bestimmten Schlagwörtern in Verbindung zu setzen. Neuestes Beispiel und Opfer einer solchen Online Bombe ist Barak Obamas Frau Michelle Obama.
Für die bekannteste Googlebombenexplosion der Schweiz musste dann aber nicht Gerhard Blocher, sondern dessen Bruder Christophe Blocher herhalten. Analog zur US Google Bombe im Jahre 1999 wurde hierzulande der Suchbegriff "jämmerlicher Waschlappen" mit der offiziellen Webseite des Bundesrates Blocher verlinkt und entsprechend in der Suchanzeige aufgelistet. Auch bei Namensvetter und Parteigenosse Christoph Mörgeli ging eine Google-Bombe hoch. Sein Schlagwort lautete der "Propagandaminister". Ein neueres Beispiel für Deutschland sind die Begriffe "Verräter Partei", welche in direktem Zusammmenhang mit der SPD gebracht wurden. Auch die CDU gelangte per Online Bombe ins Kreuzfeuer, unter anderem in Person der Bundeskanzlerin Merkel. So wurde Angela Merkel bald einmal unter der Suchanfrage "Experiment Kohlkopf" gefunden.
Google versucht die Bomben zu entschärfen
In der Zwischenzeit hatte Google bereits Gegenmaßnahmen ergriffen und die Google-Bombe quasi entschärft. Der Suchalgorithmus wurde Anfang 2007 nämlich entsprechend angepasst. Es herrschte Waffenstillstand. Doch trotz der Änderung des Suchalgorithmus tauchte knapp ein Jahr später die nächste Bombe auf. Dieses Mal war Scientology im Visier. Beim englischen Begriff für gefährliche Sekte ("dangerous cult") listete Google fortan die Scientology-Webseite auf. In Polen führte das Zünden einer Online Bombe sogar zu einem öffentlichen Prozess wegen Präsidentenbeleidigung. Der Programmierer Marek M. bastelte seine Bombe mit dem vulgären Wort "kutas" (dt. Schwanz) und verlinkte dabei auf die Internetpräsenz des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski. Dem Bombenleger Marek M. droht deshalb eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Auch Barak Obama war kürzlich Ziel eines Google-Bombenanschlages. Für kurze Zeit wurde seine Biografie unter den Suchbegriffen cheerful achievement und failure aufgefunden. Google reagierte hier jedoch ziemlich schnell mit einer spezifischen Algorithmusänderung. Google lässt verlauten, es habe das Googlebombing mittlerweile unter Kontrolle, auch wenn noch nicht vollends. Die algorithmische Komplettlösung hierfür sei aber nur noch eine Frage der Zeit.
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